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Nicht böse gemeint, aber trotzdem falsch ausgedrückt?

 

Unsere Ausdrucksweise – also welche Worte und Gebärden wir verwenden – sagt sehr viel über unsere innere Einstellung zu etwas oder jemandem aus. Sagt jemand „Bohnenstange“ zu mir, weiß ich, dass ihm meine Figur nicht gefällt. Er will mich mit dem Wort vielleicht gar nicht kränken, aber ich finde meinen Körper OK und deshalb kränkt mich seine Wortwahl.

Unsere Ausdrucksweise spiegelt auch eine gesellschaftliche Haltung wieder. Sie zeigt, welchen Wert wir Menschen beimessen, wenn wir sie Sandler (obdachlose Person), Zigeuner (ethnisch Roma oder Sinti) oder Krüppel (Mensch mit Behinderung) nennen. Diese Bezeichnungen waren lange Zeit unkritisch in Gebrauch, bis die Allgemeine Deklaration der Menschenrechte und die folgenden Konventionen klargestellt haben, dass alle Menschen gleich viel Wert sind, dieselben Rechte haben und respektvoll angesprochen werden müssen. Seit die Gesellschaft nun versucht, Minderheiten zu integrieren, sich um Inklusion bemüht und die Minderheiten ein Selbstbewusstsein entwickeln, ändert sich auch ihre Benennung.

In der Welt der Gehörlosen hat sich in den letzten 50 Jahren viel verändert: Neue Ansätze und Erklärungsmodelle etablieren gehörlose Menschen als Angehörige einer eigenen authochthonen Sprachminderheit. Sie definiert sich über Gebärdensprachen und Deaf Power, aber auch über den Kampf gegen Audismus.

Was das alles (und viel mehr) heißt und welche Begriffe heut zutage politisch korrekt sind, darüber gibt das ÖGLB-Glossar Auskunft. Helene Jarmer, die Präsidentin des Österreichischen Gehörlosenbundes, erklärt die einzelnen Begriffe in ÖGS. Die Clips erscheinen auf Youtube – jede Woche kommt ein neuer dazu.

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